Bei unserem Roadtrip an der Westküste der USA und zu den Nationalparks in Utah und Arizona durften ein paar MTB Destinationen natürlich nicht fehlen:

 

Santa Cruz Kalifornien:

Durch das bike Magazin wurde ich auf ein Trailcenter nahe Santa Cruz aufmerksam. 2-3 Bikeshops verleihen anständige Räder (in diesem Fall ein Stumpjumper 29er) vor Ort, so dass ich mich gut ausgestattet in den „Soquel Demonstration State Forrest“ begeben konnte. Man hatte mir im Laden freundlicherweise eine Karte des Waldgebiets mit den entsprechenden Trails mitgegeben.

Vor Ort musste ich feststellen, dass ich es nicht so mit dem Karten lesen hatte und zunächst falsch unterwegs war. Dem Zufall sei Dank habe ich jedoch 3 Locals getroffen die mich freundlicherweise mitgenommen haben. Die Jungs kannten sich in dem Gebiet gut aus und so konnte ich auch ein paar Trails fahren die nicht auf der Karte standen. Beim Soquel Forrest handelt es sich um einen kommerziell geführten Wald in dem ein paar reine MTB-Trails angelegt werden durften. Entsprechend sind hier und da ein paar Sprünge, Steilkurven und Absätze eingebaut. Überall wo es schwieriger wird gibt es auch Chickenways falls man sich die Hindernisse oder Sprünge nicht zutraut.

Alles in allem war es eine super Tour. Es ist schon sehr eindrucksvoll wenn man um die riesigen Redwoods cruist. Die Strecken sind gut gebaut und entsprechend kann man gut Gas geben. Es war auch gut was los im Wald.

Am Ende haben meine 3 neuen Bekannten noch ein kühles Blondes am Parkplatz springen lassen; was will man mehr!

Fazit: Rechter Arm nach kurzer Bodenprobe leicht lädiert. Tolle Strecken und teilweise so staubig, dass man das Gefühl hatte im Tiefschnee zu fahren. Super Sache!

 

Downieville (Sierra Nevada) Kalifornien:

Auf Downieville wurde ich ebenfalls durch die bike sowie durch mehrere Foren aufmerksam. In dem ehemaligen Goldgräberdörfchen wird heute entweder geangelt oder die Gegend per MTB unsicher gemacht. Vor Ort gibt es 2 Anbieter die Räder verleihen und Shuttleservice anbieten. Auch hier hatte ich im Vorfeld ein Rad und einen Platz im Shuttle gebucht. http://www.yubaexpeditions.com/yuba/downieville_trails

Je nach Streckenvariante geht es hier um die 27 KM bergab; richtig gehört bergab! Fast alle Trails sind recht flowig und nicht allzu schwer; es gibt aber ein paar Abschnitte die es mit steigendem Tempo gut in sich haben.  Ich hatte 2 Shuttlefahrten, eine Vormittags, eine Nachmittags. Bei Abfahrt No2 wurde ich bei einsetzendem Regen etwas übermütig und durfte unsanft über den Lenker absteigen; nach ging es dann wesentlich vorsichtiger mit geprellter Hüfte.

Trotz Bodenprobe: Downieville ist das Beste was ich je unter die Stollen nehmen durfte. Die Kombination von angelegten und natürlichen Trails in einer atemberaubenden menschenleeren Landschaft hat es mir angetan. Ich hoffe, dass ich dieses bike Abenteuer einmal wiederholen darf!

Fazit: Neben dem rechten Arm jetzt auch die linke Hüfte lädiert; sehr schlecht für Seitenschläfer. Das Eldorado für Trail und Endurofans. Ein Dörfchen mit Westernfeeling. 11 von 10 Punkten

 

Moab Utah:

Wenn schon der Spiegel über das ultimative Downhillerlebnis berichtet muss an dem Hype ja was dran sein. Mir ging es um die „the whole enchilada“ Abfahrt, diese geht auf einer Länge von 50km etwa 2300HM bergab; das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Auch hier habe ich mir an 2 Tagen einen Shuttleservice gegönnt. Tag 1 zum den Purcupine Rim Trail und ein kurzer Ausflug zu den berühmten Slick-Rocks. Tag 2 dann komplett rauf um mir die komplette Enchilada einzuverleiben.

Das Shuttle bringt täglich hunderte von Bikern auf etwa 3000m, von dort aus geht es auf und viel ab rauf zum Burro Pass auf etwa 3400m. Hier startet der ganze Spaß. Die Vielzahl an Fahrern streckt sich bereits während des Anstiegs und somit war das auch wenig störend.

Zunächst über Wiesentrails in einen ziemlich steilen Abschnitt in einem Nadelwald. Hier gab es eine Zwangspause dank plattem Hinterrad. Weiter durch Espenwälder in die Buschzone schlängelt sich der Trail langsam und nicht all zu steil bergab. Gegenanstiege sind minimal. Nach dem Buschland erstreckt sich die rote Wüstenlandschaft vor einem; nach einiger Zeit kann man den Colorado-River erkennen und man weiss, das Ziel ist nah. Die Streckenverhältnisse ändern sich mit jeder Wachstumszone. Gestartet bin ich bei etwa 6°C und Raureif auf den Gräsern; am Colorado-River waren es dann 37°C. Wahrlich eine Rundumschlag von Allem was man sich als Biker wünscht. Wer glaubt, dass 50 km bergab nicht anstrengend sind irrt gewaltig; ich war gut bedient.

 

Fazit: Nichts lädiert und rundum zufrieden. Auf den SlickRocks zu fahren fand ich nicht so toll, ich kann den Hype auch nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht muss man fairerweise sagen, dass ich noch die Berichte aus den 90ern im Ohr hatte und dass die Zeiten und der Sport sich stark geändert haben.

The whole enchilada allerdings war schon was Besonderes. Alleine die verschiedenen Zonen die man durchfährt machen jeden Abschnitt anders und sorgen für ein unvergleichliches Erlebnis.

 

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